Manuel Tolle Google+

Nebenjob

Nebenjob - Was Sie unbedingt wissen sollten

Pauschal Einen Nebenjob ausüben zu dürfen, ist gesetzlich verankertes Recht. Das Grundgesetz lässt jedem Bundesbürger ausdrücklich die Freiheit der Wahl, wenn es um Beruf und Arbeitsplatz geht. Dies gilt für jeden Menschen, unabhängig davon, ob er noch in der Ausbildung ist, bereits verrentet, momentan arbeitslos oder arbeitssuchend oder zuvor als Hausfrau oder Hausmann zu Hause war.
 
Eingeschränkt wird diese Wahlfreiheit bei einem Nebenjob allerdings schon: Beispielsweise von der Steuergesetzgebung, den Vorgaben der Arbeitsagentur oder dem aktuellen Arbeitsvertrag. Bevor Sie also einen Nebenjob annehmen, sollten Sie sich genau darüber informieren, welche Veränderungen dieser in Ihrer aktuellen Situation mit sich bringt.

Informieren Sie in jedem Fall Ihren Arbeitgeber

Falls Sie bereits in einem Arbeitsverhältnis sind, kommt es für den Nebenjob auf die Gestaltung des vorhandenen Arbeitsvertrages an. In dem meisten Arbeitsverträgen ist vorgeschrieben, dass Sie vor dem Arbeiten im Nebenjob Ihren Hauptarbeitgeber informieren. Allerdings: Zwischen informieren und genehmigen ist ein großer Unterschied. Ihr Hauptarbeitgeber hat nicht das Recht, Ihren Nebenjob einfach zu untersagen oder Ihnen wegen Ihrem Nebenjob mit Kündigung zu drohen - es sei denn, Sie verletzen mit seiner Ausübung eine Schweigepflicht oder direkt die Interessen Ihres Arbeitsgebers.

Tolle Infos zum Thema Nebenjob von der ARD:

Verletzung der Arbeitgeberinteressen vermeiden

Entscheidend ist also, was genau unter diesen Interessenkatalog fällt und inwieweit abzusehen ist, dass Ihr Nebenjob dagegen verstoßen könnte. Da ist zum einen der Arbeitszeitaspekt. Wenn Sie mit Ihrem bestehenden Arbeitsverhältnis auf 48 Stunden pro Woche kommen, dann haben Sie bereits die durch das Arbeitszeitgesetz vorgegebenen Wochenstunden erreicht. Diese Regelung betrifft einen Nebenjob nur dann nicht, wenn Sie ihn als Selbstständiger ausführen. Ein Tipp: Oft wird ein Nebenjob zwar auf Anstellungsbasis ausgeschrieben, kann aber auf Nachfrage auch selbstständig ausgeführt werden.

Niemals ein Nebenjob im Urlaub!

Zum anderen kommt es oft vor, dass ein Urlaub, oder noch problematischer, eine längere Krankschreibung für einen Nebenjob genutzt werden. Beides ist arbeitsrechtlich bedenklich. Ersteres, weil Sie nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Urlaub nicht erholt an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren, wenn Sie in dieser Zeit einem Nebenjob nachgegangen sind. Dies kann Ihr Arbeitgeber durchaus als seinen Interessen zuwider laufend werten, selbst wenn Ihre Arbeit nach Urlaubsende an sich nichts zu wünschen übrige lässt. Juristisch aber schlichtweg verboten ist die Arbeit in einem Nebenjob während einer Krankschreibung. Erfähr Ihr Arbeitgeber davon, kann dies ein Abmahnungs- oder sogar Kündigungsgrund sein.

Bewerben Sie sich nicht bei Wettbewerbern

Sie müssen unbedingt dafür Sorge tragen, dass Sie sich nicht bei einem direkten Konkurrenzunternehmen Ihres Arbeitsgeber anstellen lassen. Ihr zweiter Job darf die Position Ihres aktuellen Arbeitgebers am Markt nicht schwächen. Dabei würde es arbeitsgerichtlich in den meisten Fällen schon ausreichen, wenn Ihr Arbeitgeber argumentieren kann, dass Ihr Nebenjob dies indirekt tut. Sprechen Sie deshalb einfach vorsorglich mit Ihrem Arbeitgeber, falls Sie sich nicht sicher sind hinsichtlich der Wettbewerbssituation. Gar kein Risiko gehen Sie ein, wenn Sie sich von Ihrem Arbeitgeber die Unbedenklichkeit Ihrer zweiten Einkommenstätigkeit aus seiner Sicht schriftlich bestätigen lassen.

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